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    Handbuch / Checkliste

    Häufig treffen Menschen mit Behinderungen beim Besuch von Kulturveranstaltungen auf Hindernisse oder können diese gar nicht erst besuchen. Gleichzeitig stossen auch Kulturorte oft an ihre Grenzen, wenn es um den barrierefreien Zugang zu ihren Angeboten geht.

    Dabei braucht man den Aufwand nicht zu scheuen – dieses Handbuch zeigt Ihnen, wie es geht.


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Behinderung, Barrierefreiheit und Gleichstellung – was bedeuten diese Begriffe überhaupt, und wie werden sie verwendet?

Das Modell der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) der Weltgesundheitsorganisation WHO definiert Behinderung als Wechselspiel zwischen individuellen Einschränkungen und Umweltfaktoren. Eine Behinderung ist also nicht als rein individuelles Phänomen zu sehen, für das eine individuelle Lösung gesucht werden muss, wie es noch bis in die 1980er-Jahre der Fall war. Mit seiner sozialen Komponente setzt das Modell voraus, dass es in unserer Umwelt Barrieren oder Hindernisse gibt, die abgebaut werden können und müssen.

Auf dem Weg zur Barrierefreiheit -Barrieren und Hindernisse im Alltag können einerseits physischer Natur sein. Einer Stufe, einer Treppe, einem Teppich oder einer zu starken Neigung einer Rampe wird man sich oft erst dann bewusst, wenn man mit einer betroffenen Person unterwegs ist. Billettautomaten sind möglicherweise für sehbehinderte Menschen nicht bedienbar, ganz zu schweigen von den meisten Websites. Andererseits kann auch das Verhalten eine grosse Rolle bei der Ausgrenzung spielen: Mitleid, Bevormundung, Demütigungen oder Verunglimpfungen verstärken die Isolierung von Menschen mit Behinderungen und gründen oft in der Angst vor dem Unbekannten.

Auf dem Weg zur Gleichstellung -Vor diesem Hintergrund ist der Begriff der Gleichstellung schnell erklärt: Gleichstellung bedeutet die Reduktion und letztlich die Beseitigung von Barrieren und Hindernissen, damit alle Menschen dieselben Chancen erhalten. Auf diesen Weg hat sich die Schweiz mit dem „Bundesgesetz über die Beseitigung von Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen“ (BehiG) gemacht – allerdings gilt für sehr viele Bereiche noch die Freiwilligkeit. Es besteht also Handlungsbedarf.

Auf dem Weg mit Betroffenen -  Es darf nicht vergessen werden, dass Barrieren nicht immer nur deshalb weiterhin bestehen, weil sie aus finanziellen Gründen nicht abgebaut werden. Manchmal ist man sich den alltäglichen Hindernissen auch einfach nicht bewusst. Gerade deshalb ist es unabdingbar, mit den Betroffenen gemeinsam an einer barrierefreien Zukunft zu bauen – denn sie wissen selbst am besten, wo der dringlichste Handlungsbedarf besteht. Der barrierefreie Zugang zu Kultur ist in diesem Zusammenhang ein Mosaiksteinchen für eine barrierefreie Zukunft.

Argumente für barrierefreie kulturelle Veranstaltungen

  • In der Schweiz leben 1,4 Millionen Menschen mit einer Behinderung.
  • Diese Gruppe stellt ein oft ungenutztes Potenzial von Nutzerinnen und Nutzern dar.
  • Der Einsatz für die Gleichstellung steigert die soziale Kompetenz aller Beteiligten einer Organisation.
  • Der Einsatz für die Gleichstellung fördert das Image und Profil als aufgeschlossenes, modernes Unternehmen.

 

Der Zugang zu Dienstleistungen und Angeboten ist ein Grundrecht für alle Menschen – es gibt aber zusätzliche Argumente für barrierefreie Kulturveranstaltungen.

Sich inspirieren lassen

Verschiedene Formen von Behinderungen

Grundsätzlich gilt: keine Kategorisierung kann den individuellen Bedürfnissen und Ressourcen eines einzelnen Menschen gerecht werden. Dennoch kann die Einteilung in verschiedene Formen von Behinderungen der Orientierung dienen.

  • Körperliche Behinderung (auch: Mobilitätseinschränkung)
  • Seh- und Hörbehinderung (auch: Sinnesbehinderungen)
  • Psychische Behinderung
  • Kognitive Beeinträchtigung (auch: geistige Behinderung)

 

Openair auf dem Bundesplatz 2008 bis 2012 - nur eines von vielen Beispielen

«Die Idee, dass Menschen mit Behinderungen auch auf der Bühne auftreten, wird in der Öffentlichkeit sehr geschätzt. Zu Beginn waren wir sehr unsicher, wie die Reaktion des Publikums sein wird. Wir haben uns aber grundlos Gedanken gemacht: Die Band wurde sehr positiv aufgenommen – wir wurden auch mehrfach darauf angesprochen und haben ein sehr positives Feedback erhalten.», so Sidney Weill, Organisator Openair auf dem Bundesplatz

 

Aktiv werden

Zum Beispiel mit der Unterstützung durch die Stiftung Cerebral.

Auf Sportplätzen, an Festveranstaltungen und Open-Air- Konzerten ist es für Personen im Rollstuhl oft mühsam, ein behindertengerechtes WC zu finden. Die Stiftung Cerebral hat für diesen Zweck rollstuhlgängige WCs entwickelt und stellt diese für Veranstaltungen zur Verfügung.

Auch andere Hilfsorganisationen stellen Infrastruktur und/oder personelle Unterstützung kostenlos oder vergünstigt zur Verfügung. Nachfragen lohnt sich!

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  • mit Ihnen zusammen passen wir dieses Handbuch speziell auf Ihre Organisation oder Ihre Veranstaltung an.
  • lassen Sie uns Ihre Praxisbeispiele wissen oder teilen Sie uns Ihre praktischen Tipps, Hilfen und Links mit.

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